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Aschbach

Jüdischer Friedhof Aschbach

Der jüdische Friedhof von Aschbach wurde im Drei-Franken-Eck als erster der Guten Orte um 1700 geschaffen. Er liegt direkt neben dem christlichen Friedhof, am Rande der Ortschaft, an der Straße Richtung Schlüsselfeld.
Eine 1,5 m hohe Steinmauer, die zwischen 1850 und Herbst 1858 errichtet wurde, umgibt den 3.500 qm großen Gottesacker auf dem sich 352 Gräber befinden. Von Westen her blickt man durch ein 1,8 m breites Eingangstor auf das eben angelegte, mit altem Baumbestand versehene Friedhofsgelände. Rechts vom Eingang steht ein Schoah-Gedenkstein, direkt dahinter das Tahara-Haus und die ersten Gräberreihen, deren Belegung von West nach Ost erfolgte.

Die älteste, noch leserliche Grabstein-Inschrift stammt aus dem Jahr 1720. Da der Aschbacher Judenfriedhof weitestgehend belegt war, befindet sich die letzte Gräberreihe in unmittelbarer Nähe zur östlichen Eingrenzung. In diese ist ein alter Sandstein-Mazzewot eingemauert, dessen Bedeutung jedoch nicht überliefert ist.

Die stark verwitterten Inschriften der Sandstein-Grabdenkmäler sind überwiegend hebräischen Ursprungs, als Grabsymbol wird fast ausschließlich eine Krone dargestellt. In den letzten Grabreihen, die aus dem 20. Jh. stammen, finden sich hingegen auch marmorne Grabsteine. Am 19. Mai 1942 wurde auf dem Guten Ort Aschbach der letzte Aschbacher jüdischen Glaubens beigesetzt.

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Burghaslach

Burghaslach Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof in Burghaslach wird 1775 eingerichtet. Zuvor hatte die Kultusgemeinde ihre Verstorbenen auf dem Friedhof in Aschbach beigesetzt.

Der Gottesacker liegt im Südwesten des Orts am nördlichen Abhang des Haslachtals. Ein steiler Anstieg führt zu dem schmiedeeisernen Eingangstor, durch das Besucher sofort einen Blick auf das stattliche Tahara-Haus erhalten. Der 2.960 qm große Gottesacker ist von einer hohen Quadermauer umgeben und beherbergt 205 sandsteinerne Grabsteine mit hebräischen Inschriften.

Die Grabsteine sind in Bustrophedon-Anordnung chronologisch von West nach Ost, mit der Schriftseite nach Osten ausgerichtet. 1985 fand auf dem Guten Ort in Burghaslach die letzte Beerdigung statt. Der Verstorbene wurde aus Südafrika überführt, um bei seinen Vorfahren begraben zu sein.

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Rehweiler

Jüdischer Friedhof Rehweiler

An die beiden ehemaligen Judenfriedhöfe in Rehweiler erinnert heute nur noch ein Grabstein. Die Gemeinde Geiselwind ließ aus diesem 1987 eine Gedenkstätte errichten, mit folgender Inschrift:


„Hier ruht in Frieden Mendlein Grabfelder,
gestorben am 25. April 1859,
begraben am 26. April 1859.
In ehrwürdigem Gedenken
an den jüdischen Friedhof Rehweiler,
der auf dem Feld gegenüber dieses Weges lag
und eingeebnet wurde.
Künftigen Generationen zur Besinnung und Mahnung.

Der ältere der beiden Judenfriedhöfe wurde im Jahr 1725 noch inmitten des Ortes errichtet. Erst eine 1803 erlassene Verordnung legte die Verlagerung aller Friedhöfe nach außerhalb der bewohnten Gebiete fest. Die jüdische Kultusgemeinde Rehweilers weigerte sich jedoch lange Zeit dagegen, so dass erst 1812 mit der Anlegung des neuen Guten Ortes außerhalb Rehweilers begonnen werden konnte.

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Reichmannsdorf

Jüdischer Friedhof Reichmannsdorf

Erst 1832 wurde der jüdische Friedhof in Reichmannsdorf angelegt und diente ausschließlich der Reichmannsdorfer Kultusgemeinde als Begräbnisstätte. Zuvor wurden die Verstorbenen im einstündig entfernten Mühlhausen beerdigt. Besucher werfen durch ein schmiedeeisernes Tor von Westen her einen Blick auf die jüdische Ruhestätte mit ihrem gemischten Baumbestand, die rund 300 Meter außerhalb der Ortschaft liegt.

Der Reichmannsdorfer Judenfriedhof ist nicht nur der jüngste, sondern mit einer Fläche von 675 qm auch der kleinste im Drei-Franken-Eck. Gegenüber allen anderen hiesigen Judenfriedhöfen weist der Gute Ort von Reichmannsdorf eine Besonderheit auf. Die 32 sich stark ähnelnden Grabsteine im östlichen Drittel des Friedhofes sind alle nach Westen und nicht nach Osten ausgerichtet. Der älteste Grabstein befindet sich somit direkt an der östlichen Ummauerung. Und auf die Vorderseiten der Mazzewot sind in den fränkischen Sandstein ausnahmslos hebräische Inschriften gehauen, die durch den Lauf der Zeit jedoch nahezu unleserlich geworden sind. Aus dem Sterbebuch der Kultusgemeinde geht hervor, dass zwischen 1833 und 1908 insgesamt 57 Verstorbene auf dem Guten Ort beigesetzt wurden.

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