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Streckenbeschaffenheit

Liebe Radlerinnen und Radler, bitte beachten Sie, dass ein Teil dieses Tourenvorschlags über schwach befahrene sogenannte "Wirtschaftswege" führt. Je nach Saison kann es sein, dass Wegabschnitte durch die Nutzung, meist Landwirtschaft oder Waldarbeit, verschmutzt oder holprig sein können.

 

Die Bewegung in der freien Natur macht Spaß und fördert die Gesundheit. Wir möchten Sie an dieser Stelle darum bitten, immer mit offenen Augen durch Wald und Flur zu gehen und so sicher wieder nach Hause zu kommen.
Aufgrund der Regelungen in § 60 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und § 14 Abs. 1 Bundeswaldgesetz (BWaldG) erfolgt die Benutzung der Wander- und Radwege in Wald und Flur auf eigene Gefahr.

Inhalt

Tour 8: Von Geiselwind nach Ebrach und zurück

Höhenprofil der Rundtour Geiselwind - EbrachEin Erfahrungsbericht unseres sportlichen Gastes Wilhelm auf der selbst zusammengestellten Rundtour von Geiselwind nach Ebrach. Die Tour ist gut 35km lang und trainiert mit 600hm die Beinmuskulatur:

"Ich nutze den ersten schönen Tag nach Ostern, um einen Teil der Drei-Franken-Stein-Radtour von Geiselwind über Ebrach und wieder zurück zu fahren. Ich will mir den ganzen Tag Zeit nehmen, um diese Region zu erkunden. Es ist Mitte April und morgens um 10.00 Uhr habe ich 12 Grad und Sonnenschein. Ideales Wetter fürs Fahrradfahren.

Marktplatz in GeiselwindOsterbrunnen in GeiselwindAm schönen Marktplatz von Geiselwind versorge ich mich noch in einer Bäckerei mit Proviant. Hier steige ich auch in die leicht abgewandelte Tour Richtung Ebrach ein. Zuerst geht es gegenüber den Marktplatz Richtung Golfanlage. Ich biege dann nach der Sparkasse rechts ab dem ausgeschilderten Radweg folgend. Ein kleiner Anstieg zum warm werden und schon komme ich weg von der betriebssamen Autobahn. Oben auf der Anhöhe habe ich einen fantastischen Blick. Links vor mir in der Ferne steht die evangelische Kirche von Großbirkach, geradeaus ein weiter Blick Richtung Schlüsselfeld und vor mir liegt Füttersee. Sofort bekomme ich einen ersten Eindruck der Landschafft. Sanfte Hügel, abwechselnd weite Blicke auf Wald und Wiese sowie in die Täler und auf das nächste malerische Dorf.

Blick nach SchlüsselfeldOsterbrunnen in FütterseeKurz vor der Einfahrt nach Füttersee sehe ich schon die zweite Pferdekoppel und im Dorf schaue ich mir die Kaisereiche an. Der Sage nach soll sie zur Zeit Karls des Großen um das Jahr 800 gepflanzt worden sein und ist daher um die 1200 Jahre alt und optisch sehr beeindruckend. In Füttersee ist der Dorfbrunnen mit Ostereiern geschmückt. Ein alter Brauch hier in der Gegend. Alle Dörfer wetteifern um den schönsten Osterbrunnen und sie sind oft mit echten handbemalten Eiern geschmückt. Durch das Schmücken wird angezeigt, wo es gutes Wasser gibt. Dies war für die Bevölkerung früher sehr wichtig zu wissen, wo es gutes Trinkwasser gibt.

Reiche EbrachWeg nach EbersbrunnIch folge der Fahrradbeschilderung und fahre Richtung Kleinbirkach und weiter nach Ebersbrunn. Rechts von mir liegt der kleine Bach Reiche Ebrach. Die Quelle des Baches liegt mitten in der Ortschaft Ebersbrunn. Dort ist der Brunnen, der zugleich die gefasste Quelle ist, auch ganz festlich und österlich geschmückt. Der kleine Platz um den Brunnen ist schön hergerichtet und mit dem alten Steinhaus darüber schaut das Ganze ziemlich romantisch aus. Im Ort gibt es noch eine typisch fränkische Wirtschaft, die aber, wie hier üblich, nicht immer geöffnet hat. Ist mir sowieso noch zu früh zum rasten.

Quellbrunnen der Reichen EbrachHofer Käppele und RastplatzWeiter geht es nach Hof. Auf dem Weg dorthin sehe ich einen großen Greifvogel auf einer Stromleitung sitzen. Von dort aus macht er jagt auf Mäuse. Überall gibt es kleine Weiher die der Fischzucht dienen und die jetzt im Frühjahr noch nicht alle eingelassen sind. Kurz und knackig ist der Anstieg nach Hof. Zweihundert Meter oberhalb des Minidorfes liegt das Höfer Käppele. Errichtet worden soll es auf den Grundmauern eines alten Wachturmes. Super, der Blick von hier ist fantastisch. Ich habe Glück und bei der heutigen guten Sicht kann ich auf der einen Seite bis hinter Bamberg schauen und auf der anderen Seite bis in die Haßberge hinein. Ich mache hier an eine kurze Rast und genieße den Blick und die Ruhe.

Hofer KäppeleBeim weiter Fahren habe ich mich erstmal verfranzt. Ich bin einfach dem ausgeschilderten Fahrradweg gefolgt und fahre erst mal 1 km in die falsche Richtung. Lese kurz in der Beschreibung der Drei-Franken-Tour nach und sehe, dass ich dem Wanderweg E 5 vom Käppele aus hätte folgen müssen. Drehe um und beschließe, die Beschreibung etwas genauer zu lesen. Die Strecke besteht nämlich zum Teil aus ausgeschilderten Wanderwegen und da muss man schon genau sein, um sich nicht zu verfahren.

Weiher unterhalb von HofAlso hinein in den Wald. Wow, die Bäume schließen sich über meinem Weg. Komme mir vor, wie wenn ich durch eine Waldkathedrale fahre. Ich halte kurz an und lasse das auf mich wirken. Jetzt in der Ruhe bemerke ich auch noch das unglaubliche Gezwitscher der vielen Vögel um mich herum. Ein Konzert nur für mich allein.

Beim Weiterfahren muss ich aufpassen, denn es geht steil bergab Richtung Kleingressingen. Kurz vor dem Ort ändere ich die Route auf Empfehlung eines Freundes ab und biege im 90 Grad Winkel nach links weg. Jetzt folge ich der Wanderbeschilderung roter Löffel, bis ich auf eine kleine geteerte Staatsstraße komme.

Weg nach SchonaichBlick nach UnterfrankenHier geht es rechts weg nach Schönaich. Sobald ich aus dem Wald komme, liegt vor mir das ganze Maintal und ich kann bis nach Thüringen sehen. Ein Freund gab mir den Tipp bis kurz unterhalb von Schönaich zu fahren und dort den extra angelegten Picknickplatz zu nutzen. Blick nach UnterfrankenHier stelle ich mein Fahrrad ab und genieße in der Sonne den Panoramablick. Die Kühltürme von dem ehemaligen Kernkraftwerk Grafenrheinfeld geben mir eine Vorstellung wie weit ich blicken kann, denn in Wirklichkeit sind sie bestimmt 20 km Luftlienie entfernt. Halbrechts und so 5 km weit entfernt sind die Weinberge um Handthal und Oberschwarzach und ich kann gut erkennen wie der Steigerwald aus der Mainebene stark ansteigt. Daher soll auch die Bezeichnung kommen, den Wald hochsteigen, also Steigerwald. Es ist sehr ruhig hier und ich genieße wieder ein extra Konzert von vielen verschiedenen Singvögeln um mich herum.

Weiterfahrt nach BreitbachDer Anstieg zum BaumwipfelpfadHilft nicht ich muss weiter. Zunächst fahre ich rasant die kleine Staatstrasse steil bergab bis kurz vor die kleine Ortschaft Breitbach. Angenehm, dass es hier so gut wie keinen Autoverkehr gibt. Vor der Ortschaft biege ich rechts auf den ausgeschilderten Fahrradweg Richtung Ebrach ein. Na ja, das mit dem Steigerwald gilt hier auch fürs Fahrradfahren, aber immerhin über einen gut geteerten Fahrradweg wieder mitten durch den Wald. Oben auf der Höhe liegt links der Eingang zum Baumwipfelpfad Steigerwald bei Ebrach. Den will ich mir unbedingt anschauen. Ich schließe mein Fahrrad an den Metallbügeln an und sehe sogar eine Ladestation für e-bikes.

BaumwipfelpfadKlosterkirch EbrachEs geht Richtung Wald und ich nehme die Gelegenheit wahr, hier zur Toilette zu gehen und meinen Wasservorrat bei dem SB Restaurant im Servicegebäude aufzufüllen. Vorne am Eingang des Pfades gehe ich durch ein Drehkreuz und genieße, es ein Stückchen zu Fuß unterwegs zu sein. Tolles Erlebnis der Pfad und ich habe mit ca. eineinhalb Stunden doch etwas länger gebraucht als ich wollte.

Klosterkirche HauptorgelNaturschwimmbad EbrachAlso schnell auf das Fahrrad und rasant ins Tal nach Ebrach. Es ist schon früher Nachmittag und ich gönne mir zuerst einen Kaffee am Marktplatz in Ebrach. Ein riesiger historischer Gebäudekomplex bildet hier meine Kulisse. Fehlt eigentlich nur noch, dass hier ein paar Mönche durch das ehemalige sehenswerte Zisterzienser Kloster laufen. Ich schaue mir die Abteigärten und die Klosterkirche von innen an. Für mehr reicht leider die Zeit nicht mehr, sicher werde ich dies aber irgendwann nachholen. Vielleicht komme ich zu einem der klassischen Konzerte hierher im historischen Kaisersaal, oder ich besuche dieses toll gestaltete Naturschwimmbad. Das Schwimmbad hat chemiefreies, natürliches Wasser und liegt direkt am Campingplatz Ebrach.

Jetziges Forsthaus WinkelhofRastplatz in WinkelhofAufbruch zum Rückweg. Ich radle die Staatsstraße Richtung Großgressingen hoch. Links unter mir liegt die ehemalige Klosteranlage, die jetzt Justizvollzugsanstalt ist. Es bleiben sogar Autos stehen, um einen kurzen Blick nach unten zu erhaschen. Nach ca. 2 km biege ich links ab und fahre zum ausgeschilderten Weiler Winkelhof im malerischen Steinbachtal. Winkelhof gehörte früher auch zum Kloster Ebrach und das kann man jetzt noch erkennen. Das jetzige Forsthaus liegt fast wie ein Wasserschloss nahezu ganz umschlossen von einem See. Schade, dass ich nicht schon wieder rasten will. Denn hier kann man zwischen zwei Seen wunderbar ruhig sitzen und die Atmosphäre genießen.

WaldkreuzungBienenstöcke im WaldNun geht es eine Zeitlang über Schotter entlang der Wanderroute grüner Löffel. Manchmal muss ich auch ein bisschen suchen, um zu sehen, wie es weitergeht und wo die nächste Markierung ist. Mit der Zeit wird mein Blick für diese Zeichen immer besser. Trotzdem beschließe ich mir für das nächste Mal ein Navi Gerät mitzunehmen. Unterwegs auf dem Weg nach Obersteinach stehen nah beim Weg ein paar Bienenvölker. Ich habe bisher gar nicht gewusst, dass Imker auch ihre Völker im Wald einstellen. Es ist interessant, dem Treiben der Bienenvölker dort ein wenig zuzuschauen und mit 3 Metern Abstand bleibe ich auch völlig unbehelligt.

Wandermarkierung grüner LöffelOsterbrunnen IlmenauEs ist schon kurz nach sechs Uhr abends und ich beschließe, direkt nach Obersteinach aus dem Fahrradrundweg auszusteigen. Dort stoße ich auf eine geteerte Staatsstraße und fahre rechts weg nach Ilmenau. Hier kommt ein letzter langer Anstieg und ich bin jetzt froh, dass ich Teer und nicht mehr Schotter unter dem Rad habe. Ab Ilmenau geht es rasant ins Tal hinunter nach Füttersee und ich folge ab dort dem ausgeschilderten Radweg nach Geiselwind. Dabei umfahre ich den letzten kleineren Hügel und komme wieder in das betriebsame Tal bei Geiselwind. Am Marktplatz packe ich mein Rad wieder auf den Fahrradträger und es geht Richtung Heimat.

Ein bisschen k.o. aber mit einem richtig guten Gefühl lasse ich den Tag im Auto nochmal kurz Revue passieren.

Das Radfahren war sehr abwechslungsreich und führte mich durch eine sanft hügelige Landschaft mit wirklich tollen Ausblicken. Der Baumwipfelpfad mit dem historischen Ort Ebrach ist schon allein eine Reise wert. Es geht mir richtig gut nach dieser tollen Tour und ich werde bald wieder kommen. "

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