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Ausstellung „Klima Faktor Mensch“

Was hat meine Weißwurst mit dem Klimawandel zu tun?

Es sind unangenehme Themen, die Dr. Michael Joneck vom Landesamt für Umwelt anspricht: „Jede Suchanfrage im Internet verbraucht Energie. Das ist einem im Alltag nicht bewusst.“ Dr. Joneck ist Leiter des Referats Klimawandel und Wasserhaushalt am Landesamt für Umwelt und war verantwortlich für die Konzeption der Ausstellung „Klima Faktor Mensch“. Diese macht seit dem 13. November Station im Steigerwald-Zentrum in Handthal. Was hat meine Weißwurst mit dem Klimawandel zu tun? Der Untertitel der Ausstellung macht deutlich, an wen sie gerichtet ist.

Wir Europäer haben einen zu großen CO2-Fußabdruck. Und Dr. Joneck nimmt sich nicht aus. Er hat die Anreise zur Ausstellungseröffnung nach Handthal mit einem PKW bestritten und damit seinen eigenen CO2-Fußabdruck enorm erhöht. Aber manchmal gewinnt der innere Schweinehund.

Dieser innere Schweinehund ist es, der einen durch die gesamte Ausstellung begleitet. Zu viel Fleischkonsum ist nicht gut für das Klima. Die meisten wissen es, aber trotzdem entscheiden wir uns zu oft für tierische Lebensmittel. In Asien hergestellte Kleidung belastet die dortige Umwelt und schädigt auf dem Transport zu uns das Klima. Und doch greifen wir gerne zu eben diesen Kleidungsstücken. Der Klimawandel ist ein vielteiliges Puzzle. Es gibt nicht den einen Verursacher.

Es ist aber kein Thema, welches wir als bayerische Verbraucher alleine lösen können. Weltweit werden zu viele Ressourcen verbraucht, zu viele Treibhausgase ausgestoßen. Trotzdem muss jeder vor der eigenen Haustüre kehren: „Jedem Produkt sollte sein CO2-Rucksack mitgegeben werden. China wird für seine hohen CO2-Emissionen kritisiert, obwohl wir selbst Nutznießer der dort produzierten Produkten sind“, so Dr. Joneck. Der Verbraucher hat Macht und Verantwortung zugleich.

Die Ausstellung macht aber auch Hoffnung. Sie zeigt, wie sich die Mobilität verändert hin zum Verleih von Autos und Fahrrädern, der Optimierung des Fahrradverkehrs oder zur Elektromobilität. Und es werden die Klimapioniere vom Land präsentiert. Ein Modelldorf zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltige Energieerzeugung und innovative Ortsplanung das Klima schont und Arbeitsplätze entstehen lässt.

Und da war noch die Sache mit dem inneren Schweinehund. Wer diesen in manchen Situationen zähmen möchte, kann sich gute Vorsätze wie Dinge „tauschen“ oder „lange nutzen“ buchstäblich einprägen.

Wer die Ausstellung besuchen möchte, hat bis zum 15. Januar Zeit dazu. Das Steigerwald-Zentrum in Handthal hat von Donnerstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist gratis. Informationen gibt es unter steigerwald-zentrum.de/angebot.

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