Sie befinden sich hier

Inhalt

Bezirk Mittelfranken

Mittelfranken mit seinem Zentrum Nürnberg und der Bezirkshauptstadt Ansbach umfasst geographisch gesehen etwa das Gebiet zwischen Steigerwald und Altmühl, Tauber und Frankenjura.

Der Bezirk bedeckt mit 7246 km² 10,3 Prozent der Fläche Bayerns und umfasst die sieben Landkreise Ansbach, Erlangen-Höchstadt, Fürth, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Nürnberger Land, Roth und Weißenburg-Gunzenhausen mit insgesamt 205 Gemeinden sowie die fünf kreisfreien Städte Ansbach, Erlangen, Fürth, Nürnberg und Schwabach.
Im Bezirk Mittelfranken leben mit fast 1,7 Mio. Einwohnern etwa 14 Prozent der bayerischen Bevölkerung. Damit ist Mittelfranken der zweitkleinste Bezirk Bayerns, hat aber die größte Bevölkerungsdichte des Landes.

Mittelfranken ist von großem landschaftlichem Reiz. Rund ein Drittel Mittelfrankens ist mit Wald bedeckt und etwas über die Hälfte der Fläche ist landwirtschaftlich genutzt.
Unterschiedliche Kulturlandschaften bieten ein abwechslungsreiches Bild. Etwa das Spalter Hügelland mit seinen Hopfengärten oder die beliebte Altmühlregion mit ihren steingedeckten Jurahäusern. Oder die Kirschgärten um Kalchreuth und das ertragsreiche Knoblauchsland zwischen Erlangen und Nürnberg. Die Hersbrucker Schweiz mit ihren bizarren Felsformationen ist eine beliebte Ausflugsregion, und auch der Nürnberger Reichswald lockt mit einer einmaligen Dichte an Burgen und Herrensitzen. Singulär in Europa sind auch die ausgedehnten Karpfenteichlandschaften im Aischgrund.

Als Kerngebiet der Europäischen Metropolregion Nürnberg ist Mittelfranken auch eine wirtschaftlich aufstrebende Region. Im Westen deutlich ländlich strukturiert, zeigt der Osten Mittelfrankens eine mehr wirtschaftliche und industrielle Ausrichtung. Immerhin war Nürnberg schon im Mittelalter bedeutendes Handelszentrum und auch die Industrialisierung Bayerns im 19. Jahrhundert ging von hier aus. Der Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen-Schwabach bildet noch heutzutage das wirtschaftliche Herz und ist Zentrum des Handels und der Dienstleistungen für ganz Nordbayern.

Firmen von Weltrang haben ihren Sitz in Mittelfranken. Neben Riesen wie z. B. Siemens in Erlangen gehören Medizintechnik, Sportartikel, Spielzeug, Schreibwaren, Umwelt- und die Informations- und Kommunikationstechnologien zu den umsatzstärksten Branchen. Der Flughafen in Nürnberg und der Rhein-Main-Donau-Kanal gewährleisten die Anbindung der Region an den Rest der Welt.

Bildung hat in Mittelfranken Tradition und Zukunft. Im 16. Jahrhundert bereits wurde in Altdorf bei Nürnberg eine Akademie und spätere Universität gegründet, 1742 dann mit der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen die heute zweitgrößte Universität in Bayern. Erlangen und Nürnberg sind heute dank Universität und Technischer Universität die größten Hochschulstandorte im Bezirk, perfekt ergänzt um die älteste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum und eine Musikhochschule. Attraktive und aufstrebende Bildungsstätten liegen auch außerhalb des Ballungsgebiets, etwa in Ansbach, Fürth, Neuendettelsau, Treuchtlingen oder im prosperierenden Hochschul- und Ausbildungsstandort für landwirtschaftliche Berufe Triesdorf bei Ansbach.

Die Historie Mittelfrankens lässt sich in wenigen Worten nur unzureichend umreißen: Seit dem Mittelalter hat es hier trotz der Hegemoniebemühungen der in Nürnberg mächtigen (Hohen-)Zollern zu viele unterschiedliche Herrschaftssysteme gegeben, als dass man die Region als ein zusammenhängendes historisches Gebilde beschreiben könnte: geistliche Besitzungen, Markgraftümer, Reichsstädte, Reichsgrafschaften, der Deutsche Orden sowie zahlreiche Dynasten, Ministerialen und Reichsritter schrieben ihre jeweils eigene Geschichte und unterhielten eigene kulturelle Zentren. Die 1525 eingeführte Reformation brachte zusätzliche Differenzierungen mit sich. Zu einem einheitlichen Raum wurde das heutige Mittelfranken erst nach dem Ende des Alten Reichs zusammengefasst, und erst in Bayerischer Zeit erhielt es mit der Neueinteilung des Königreichs ab 1808 seine heutigen Grenzen und die Bezeichnung „Mittelfranken“ (1838).

Der Reichtum des historischen Erbes ist heute wichtiger Tourismusfaktor: sechs ehemalige Reichsstädte, darunter Nürnberg, Rothenburg o.d.T. und Dinkelsbühl, sind Ziele beachtlicher Besucherströme. Mittelfranken durchziehen touristische Routen wie die Burgenstraße, die Bocksbeutelstraße oder die Romantische Straße. Und auch die römische Reichsgrenze Limes, seit 2005 mit UNESCO-Welterbestatus, verläuft größtenteils auf mittelfränkischem Gebiet. Ein Besuch im zugehörigen Limeseum bei Ruffenhofen sei allen Interessierten empfohlen. Dem größten Dichter des Mittelalters, Wolfram von Eschenbach, ist in seiner Heimatstadt Wolframs-Eschenbach ein eigenes Museum gewidmet. Überhaupt kann man in fast 200 Museen viel entdecken. Zu den wichtigsten gehören das Fränkische Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim, das Germanische Nationalmuseum Nürnberg, das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg oder das Jüdische Museum Franken in Fürth, Schnaittach und Schwabach.

Für Freizeit und Sport hält die Region unzählige Angebote parat. Besonders in den Sommermonaten ist die Veranstaltungsvielfalt kaum zu überblicken. Fast jeder Ort feiert seine Kirchweih; in Erlangen wird die berühmte „Bergkirchweih“ abgehalten. Etablierte Musikfestivals (z. B. „Fränkischer Sommer“, Bachwoche Ansbach, Rock im Park), traditionsreiche Theaterfestspiele (z. B. Kreuzgangsspiele Feuchtwangen, Altmühlsee-Festspiele, Freilandtheater) oder überregional bekannte Einzelveranstaltungen (Classic Open Air) lassen keine Langeweile aufkommen. Mit der Staatsoper Nürnberg, den Nürnberger Symphonikern, der Staatsphilharmonie oder dem Windsbacher Knabenchor sind hochrangige Ensembles in Mittelfranken angesiedelt. Sportfreunden bieten sich unterschiedlichste Möglichkeiten, sich sowohl aktiv als auch passiv auszutoben. Sei es als Wanderer oder Radfahrer auf gut erschlossenen Strecken, als Wassersportler im Fränkischen Seenland, oder als Zuschauer bei prominenten Wettkämpfen wie dem Triathlon Challenge Roth, dem Norisrennen oder den Fußballspielen des 1. FC Nürnberg gegen Greuther Fürth!

Nach oben

Kontextspalte